Spurensuche nach dem Abendessen…

Published On 12. April 2012 | By Toby | Allgemein

Heute fühle ich mich nicht ganz so gut. An was es liegt? Weiß ich nicht, denn eigentlich hab ich ziemlich gut aufgepasst in den letzten Tagen, auf Zucker verzichtet, extra geschaut, dass ich Sorbit und andere Zuckeralkohole meide und habe mich auch sonst nirgends verführen lassen. Ja, nicht mal probiert habe ich irgendwo und trotzdem muss gestern Abend etwas im Essen gewesen sein, was ich nicht vertragen habe. Schuld müsste der herzhafte Pfannenkuchen mit Gemüse und Schinken sein, denn ca. vier Stunden nach dem Essen habe ich zum ersten Mal etwas gemerkt. Das ist bei mir ungefähr die Zeit, die ich immer warten muss, bis mein Essen vom Magen weg weitertransportiert wird in den Darm. Und genau dann geht es erst los mit den Beschwerden. Das ist natürlich extrem doof, weil zwischen der nicht vertragenen Mahlzeit und den ersten Beschwerden doch mehrere Stunden dazwischenliegen und man dann nicht mehr genau parat hat, as man vorhin gegessen hat. Aber so langsam kriege ich eben ein Gefühl dafür und genau deswegen kann ich jetzt schon zu 100% sagen, dass irgendwas am Abendessen nicht gut für mich war. Jetzt kommt aber die große Preisfrage: Was war es?

Ganz ehrlich, ich hab keine Ahnung! Und genau deswegen spiel jetzt mal Detektiv und geh mein Essen im Kopf noch mal durch.

Das Abendessen: Herzhafte Pfannkuchen mit Gemüse/Schinken Füllung:

Gestern Abend gab es Herzhafte Pfannkuchen mit einer Gemüse/Schinken Füllung. Alles schön selber gemacht und zumindest bestmöglichst transparent von den Zutaten her. Wie ihr eigentlich an der folgenden Liste sehen könnt, kann es da gar keine Fructoseprobleme geben, aber irgendwie ist da doch was schief gegangen.

Mehl
Reisdrink
Mineralwasser, spritziges
Eier
Salz
Pfeffer
Kürbiskernöl
Schinken
Champignons
Gurke
Schalotten
Mehl

War doch was im Schinken drin obwohl auf der Verpackung explizit nichts von Zucker, Fructose oder irgendwelchen Süssungsmitteln drauf stand? Vielleicht, aber ich glaube es nicht, denn den Schinken habe ich die letzten Mal ohne Probleme vertragen und wenn sich nicht die Herstellung in den letzten Wochen geändert hat, dann kann er nicht Schuld sein. Was aber ist dann Schuld? Eigentlich ist alles unproblematisch und doch habe ich mal mit jeder meiner Zutaten bei Google gesucht. Hängen geblieben bin ich dabei bei der Gurke und bei den Champignons, aber – und das muss ich gleich vorne weg sagen – bringt mich bei meiner Spurensuche nur bedingt weiter. Die Gurke könnte laut Erfahrungsberichten im Internet wegen ihres hohen Ballaststoffgehalts Probleme mit der Verdauung machen. Der Fructosegehalt ist dabei aber unproblematisch, da der Fructose-Glucose-Faktor positiv ist. Genauso verhält sich das bei den Pilzen…

Gurke  Fruktose  860 mg  Glucose  890 mg
Champignons  Fructose 280 mg  Glucose 670 mg

Das schließe ich dann auch mal aus. Naja, vielleicht sind sie mir ein klein wenig auf den Magen geschlagen, aber sicherlich sind die Zutaten zu den herzhaften Pfannkuchen sicherlich nicht der Hauptgrund für meine kleinen Probleme heute. Also weiter in der Spurensuche und hier ist mir noch eingefallen, dass ich gestern Abend ja ein paar Erdnüsse gegessen habe. Bisher hatte ich immer gesalzene und in Öl geröstete Erdnüsse, die ich ohne Probleme Essen konnte. Solche habe ich jetzt auch wieder, allerdings von einem anderen Hersteller. Vielleicht habe ich hier den Grund gefunden. Also mal nach den Erdnüssen gegoogelt und ich bin bei den Suchergebnisse von Google fast vom Stuhl gefallen. An so etwas habe ich bisher noch nicht gedacht und da ich bisher auch keine größeren Probleme beim Essen von Erdnüssen gehabt habe, wäre ich auch gar nicht drauf gekommen.

Erdnüsse als Nachspeise

Die Erdnüsse gehören nämlich nicht nur Gattung der Nüsse, sondern zu den Hülsenfrüchten und die enthalten oft Fructose. Die Fructose versteckt sich dabei in der in Hülsenfrüchten enthaltenen Stachyose (Tetrasaccharid aus Saccharose (Glucose+Fructose) und zwei Galactosemolekülen). Ob sich die Fructose im Körper freisetzt und dort für Probleme sorgen kann, habe ich jetzt nicht in Erfahrung bringen können. Jedoch ist mir noch etwas anderes aufgefallen, was ich hier unbedingt erwähnen will, da es ja für mich und meine Spurensuche relevant ist. Die Stachyose nämlich kann vom Magen oder vom Dünndarm nicht zerlegt werden und gelangt noch unverändert in den Dickdarm. Dort wird sie dann von Bakterien abgebaut und die erzeugen nicht nur Verauungsprobleme sondern auch einiges an Gasen. Anders gesagt: Blähungen und Sodbrennen können die  Folge sein…

Fazit der Spurensuche

Wenn man daher sowieso schon Probleme mit dem Magen und dem Darm hat, sollte man also Hülsenfrüchte wie Soja, Bohnen, Linsen, Erdnüsse im Allgemeinen meiden. Schade, und ich hatte mich jeden Abend immer schon so auf meine „Schokoladenersatzdroge“ Erdnüsse gefreut, wobei ich hier sagen muss, so ganz aufgegeben habe ich noch nicht, da ich ja die Erdnüsse eines anderen Herstellers gut vertragen habe. Wer weiß, vielleicht eine andere Züchtung? Oder haben gestern Abend vielleicht viele verschiedene Faktoren zusammengespielt und meine Verdauung deswegen durcheinander gebracht? So ganz genau weiß ich das nicht, aber ich habe mein Bestes getan, es herauszufinden und einzugrenzen und ganz nebenbei habe ich ja bezüglich der Erdnüsse auch wieder etwas dazugelernt…

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6 Responses to Spurensuche nach dem Abendessen…

  1. Janin says:

    Hallo,

    per Zufall bin ich über deinen Bericht hier gestoßen. Vielleicht hilft es dir, wenn ich mein Wissen mit dir teile:

    Gurken –> enthalten Sorbit, somit bei Fructoseunverträglichkeit nicht selten gut verträglich

    Champignons –> enthalten viel Mannit, somit können diese ebenfalls zu Problemen führen. (Mannit wird aus Fructose durch Hydrierung (wie z. B. andere Polyole Sorbit und Maltit) gewonnen.)

    Vielleicht lässt du das nächste Mal z. Bsp. die Gurken weg und danach mal die Pilze, dann wirst du ja merken, ob du wieder die gleichen Probleme hast.

    Viel Erfolg bei der Spurensuche weiterhin und viell. konnte ich dir ein wenig helfen;)

  2. Toby says:

    Hallo Janin

    vielen Dank für dein geteiltes Wissen. Inzwischen bin ich auch schon weiter mit meinen Erfahrungen und habe festgestellt, dass Gurken und Champignons bei mir eigentlich keine Probleme auslösen. Es kommt aber auch auf die Menge an. Wenn ich mich nur von Gurken ernähre, klar, dann ist das Zuviel an Sorbit und Fructose. Aber so ein paar Gurken gehen immer ganz gut, ohne das ich was merke.

    Überhaupt muss ich gestehen, sind jetzt seit meiner Zuckerkarenzphase doch schon einige Tage vergangen und ich vertrage inzwischen wieder einiges an Gemüse. Glück gehabt, ich scheine eine nicht ganz so extreme FI zu haben. Allerdings, auf Sorbit & Co reagiere ich schon etwas mehr. Naja, lässt sich alles aushalten!

    Auf jeden Fall danke für deinen Kommentar. Vor allem zu den Champignons fällt mir noch ein, dass die mir von Ärzten sogar empfohlen wurden. Keine Fructose, sollen gut verträglich sein…tja von Sorbit hatte der wohl noch nichts gehört 😉

  3. Jessy says:

    Hey,

    ich vermute ehrlich gesagt eher, dass es am Reisdrink lag.

    LG Jessy

  4. Manu says:

    Ich denke auch, dass es am Reisdrink liegt. Den vertrage ich gar nicht gut.

    Liebe Grüße

  5. Hanni says:

    In Pilzen ist auch relativ viel Inulin. Das kann, wenn man ohnehin einen empfindlichen Verdauungstrakt hat, zu vermehrter Gasbildung führen.

    Ich merke immer, dass ich Inulin schlechter vertrage, wenn’s mit der FM schlimmer wird.

    LG,
    Hanni

  6. Arno says:

    Hallo liebe Hanni,

    Ich möchte deinen Beitrag gerne mit meinen praktischen Erfahrungen, die ich gerade mache, bestätigen. Holla die Waldfee – das geht ja gar nicht. Ich bin froh, dass ich nach dem Genuss der Pilze zuhause bin. Und wir haben uns, um unsere Ernährung aufzupeppen, gerade Pilzbrut bestellt. Lasst es sein oder zieht auf eine Insel 🙂 !

    LG Arno

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