Lecker ohne…Fruktose

Published On 7. Juli 2015 | By Toby | Literatur

Die Webseite www.lecker-ohne.de kennt sicher jeder, der schon mal nach Rezepten bei Intoleranzen gegoogelt hat. Auf dieser Homepage findet man immer einen guten Rat, natürlich auch immer ein gutes Rezept aus der großen Rezeptdatenbank und oftmal auch neuen Mut nach der Diagnose und dem darauffolgendem Hinweis, dass man von nun an bestimmte Lebensmittel meiden müsse. Dank Lecker Ohne merkt man aber schnell, dass es Alternativen gibt, ja sehr gute Alternativen und dass man auch mit einer Intoleranz noch verdammt gut durchs Leben gehen kann. Für alle Fans der Seite gibt es seit einiger Zeit auch das erste Buch aus dem Hause Lecker ohne. Die beiden Autorinnen Alexandra Hirschfelder und Sabine Offenborn haben auf knapp 140 Seiten ein schönes Buch für alle Betroffenen einer Fruktoseintoleranz geschrieben.

 Inhalt 

Das Buch ist in drei große Kapitel aufgeteilt. Im ersten Kapitel „Wenn der Apfel Bauchgrummeln verursacht erklären die Autorinnen, was eine Fruktoseintoleranz ist, welche Formen es davon überhaupt gibt und wie man sich darauf testen lassen kann. Nebenbei werden noch verschiedene Zuckerarten angesprochen, Tabellen mit Fruktosewerten bei Obst und Gemüse angesprochen und auch schon die Karenzphase Damit sind die ersten 24 Seiten des Buches abgehandelt und obwohl sich das jetzt so anhört, als wäre das viel Stoff für diese wenigen Seiten, wirkt das ganze doch aufgeräumt und gut erklärt. Zum einen liegt das sicher daran, dass man nicht sonderlich in die fachliche Tiefe abtaucht, was in meinen Augen an dieser Stelle auch nicht wichtig ist, und zum anderen daran, dass man einen einfachen Einstieg in das Buch und in die doch komplexe Thematik schaffen möchte.

Im zweiten Kapitel „Fruchtzuckerunverträglichkeit erfolgreich behandeln“ geht es jetzt schon mehr an das Eingemachte. Aber keine Sorge, es ist alles weiterhin verständlich und einfach geschrieben. Es wird ausführlicher auf die Karenzphase und die Ernährungsumstellung in drei Phasen eingegangen. Es wird gezeigt, welche Lebensmittel und vor allem auch welches Obst man prinzipiell vertragen sollte und welches nicht und es wird natürlich auch aufgezeigt, wie es anschließend langfristig weitergehen wird. Wer jetzt aber durch die Überschrift des Kapitels denkt, dass man eine Fruktoseintoleranz so erfolgreich behandeln kann, dass man anschließend als geheilt gilt, wird jedoch entäuscht werden. Eine Heilung wird nicht versprochen, sondern nur die Möglichkeit, weitgehend ohne Symptome der Fruktoseintoleranz leben zu können. Das ist für uns alte Hasen nichts Neues, für Neueinsteiger in die Thematik kann diese Kapitelüberschrift zunächst etwas verwirrend sein. Wer nach der Überschrift jedoch weiterliest, wird den Sinn des Kapitels schnell verstehen und mit Sicherheit auch die richtigen Schlüsse für die eigene Ernährung daraus ziehen.

Bisher überzeugt das Buch, auch wenn es mehr für Neueinsteiger geeignet ist als für schon Erfahrenere im Umgang mit der Fruchtzuckerunverträglichkeit. Das liegt an der allgemeinen Einführung in die Thematik. Man merkt jedoch, dass sich die beiden Autorinnen schon länger mit dem Verzicht von bestimmten Lebensmitteln in der Ernährung und mit den Auswirkungen von unverträglichen Lebensmitteln auf den Körper beschäftigen. Zum einen, weil es eben ihr Job ist, zum anderen weil sie eben auch die Homepage www.lecker-ohne.de betreiben. Diesen Erfahrungsschatz geben sie leicht, verständlich und informativ geschrieben weiter und ich glaube, wenn ich kurz nach meiner Diagnose schon die Möglichkeit gehabt hätte, dieses Buch zu kaufen, ich hätte es getan und ich hätte mir die ersten paar Wochen mit vielen Fehler sparen können.

Nach diesem Zwischenfazit kommen wir aber nur zum eigentlichen Hauptteil des Buches. Auf 85 Seiten gibt es Rezepte, Rezepte, Rezepte und wer bisher nicht wusste, wie und was er kochen soll, wird hier erstaunt sein, was man alles machen kann. Gegliedert ist dieser Teil in die Punkte „Rezepte für die Karenzphase“ und in „Rezepte für fruktosearmen Genuss“. Nachdem ich aber auch schon wieder an der ein oder anderen Stelle mitbekommen habe, wie sich Leute über die Rezepte beschweren, muss ich hier doch auch mal ein paar Worte dazu sagen. Die Rezepte sind gut, sie sind überwiegend mit verträglichen Lebensmitteln zusammengestellt und trotzdem sind einzelne Sachen mit dabei, die der ein oder andere nicht vertragen wird. Das liegt aber nur daran, dass die Fruktoseintoleranz eine sehr individuelle Angelegenheit ist und deshalb das eine Lebensmittel von Person A hervorragend vertragen wird, von Person B dafür nicht. Diese Sachen sollte jeder für sich selbst herausfinden und wer darauf keine Lust hat, dafür aber denkt, mit der Lektüre des Buches ist doch sowieso alles gut, wird mit dem Buch nicht glücklich werden. Das aber zählt auch für alle anderen Bücher, die sich mit Fruktoseintoleranz beschäftigen. Daher kann ich Euch nur raten, hört in Euren Körper hinein und testet einzelne Lebensmittel aus.

Ein sehr großer Vorteil gegenüber anderen Rezeptbücher ist, dass so gut wie alle Zutaten im normalen Supermarkt zu kaufen sind. Nur den Reissirup muss man sich im Reformhaus, im Bioladen oder im Internet bestellen, aber das sollte doch ganz gut machbar sein. Die Zubereitung ist ebenfalls sehr einfach beschrieben und selbst für mich als Kochlaie absolut verständlich. In meistens drei Schritten wird gezeigt, wie einfach z.B. eine Polenta oder eine Gemüsequiche zu kochen sind. Und wer es nicht glaubt, die Zeitangaben sprechen für sich. Viele Rezepte sind in 10-20 Minuten nachgekocht. Einzelne Ausreißer gibt es, für die man dann mal 30 Minuten benötigt. Das sind aber Zeiten, die selbst für Kochlaien wie mich noch machbar sind und deshalb heißt es jetzt: Ran an den Herd.

 Besonderheit 

Das Buch bietet auch noch einige Besonderheiten, die ich unbedingt erwähnen möchten. Die beiden Autorinnen suchen den Dialog mit den Lesern und daher darf man sich in einer Art Expertenforum direkt an die sie wenden und Fragen stellen. Das ganze, so steht es im Buch, kostet nichts. Daneben gibt es noch einige zusätzliche Downloads als Ergänzung zum Inhalt, z.B. kann man einige Listen, die im Buch nur angesprochen aber aus Platzgründen nicht abgedruckt worden sind, über das Internet downloaden. Für beide Besonderheiten werden im Buch an etlichen Stellen QR-Codes abgedruckt, die einem ein Handy oder ein Tablet in einen Link übersetzt.

 Fazit 

Mich hat da Buch vollkommen überzeugt, was sicher zum einen daran liegt, dass ich die Webseite www.lecker-ohne.de schon lange verfolge, aber auch daran, dass das Buch einfach gut ist. Mein Lieblingsrezept habe ich auch schon entdeckt und ich weiß jetzt schon, was mein Sommergetränk 2015 wird. Ein schöner, kühler Kaffe Frappè…

 Bezug 

Kaufen könnt Ihr das Buch natürlich auch. Ich empfehle Euch dafür mal Amazon oder den gut sortieren lokalen Buchhandel…

Lecker ohne… Fruktose: Genussvoll essen trotz Fruktoseunverträglichkeit.
ISBN: 978-3899938647
144 Seiten, Softcover

leckerohne-buch

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One Response to Lecker ohne…Fruktose

  1. Maria Müller says:

    In dem Buch werden In der Testphase Aprikosen, Erdbeeren, Pfirsiche, Nektarinen, Heidelbeeren, Kirschen, Trockenfrüchte, Rosinen, Auberginen, Rosenkohl, Weisskohl, Zwiebeln, Lauch, Kidneybohnen, Huelsenfruechte, grobes Vollkornbrot, Ahornsirup, Zuckerruebensirup, Suesstoffe usw. empfohlen. Wenn ich das alles essen könnte, dann hätte ich bestimmt keine FM.

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